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Weinbau in Württemberg 1829-1835


Übersicht
über die in den weinbautreibenden Orten und Bezirken
des Königreichs Württemberg
in den Jahren 1829-1835 getroffenen Anstalten
zur Verbesserung der Weinkultur und ihre Erfolge,
aus den amtlichen Berichten zusammengestellt



Quelle: Hauptstaatsarchiv Stuttgart E 150 Bü 910 Qu. 199
Transskript: Eberhard Fritz




Grundriss der Kelterbäume in der Kelter von Gemmrigheim, 19. Jahrhundert
Archiv des Hauses Württemberg, Altshausen 


Im Jahr 1835 ließ die königliche Regierung in Stuttgart durch eine Umfrage bei allen Oberämtern nach dem Zustand des Weinbaus und den in den voraufgegangenen sechs Jahren erfolgten Verbesserungsmaßnahmen erkunden. Obwohl sich jedes Oberamt im besten Licht präsentieren wollte, erfährt man aus der Quelle sehr viel über den Stand des Weinbaus.


Literatur:

Eberhard Fritz: Die Verbesserung des Weinbaus in Württemberg unter König Wilhelm I. (1816-1864). Tübingen/Stuttgart 1994.


Inhalt


NECKARKREIS

  • Oberamt Backnang
  • Oberamt Besigheim
  • Oberamt Böblingen
  • Oberamt Brackenheim
  • Oberamt Cannstatt
  • Oberamt Esslingen
  • Oberamt Heilbronn
  • Oberamt Ludwigsburg
  • Oberamt Marbach
  • Oberamt Maulbronn
  • Oberamt Neckarsulm
  • Stadt Stuttgart
  • Amtsoberamt Stuttgart
  • Oberamt Vaihingen
  • Oberamt Waiblingen
  • Oberamt Weinsberg

    SCHWARZWALDKREIS

     
  • Oberamt Herrenberg
  • Oberamt Horb
  • Oberamt Neuenbürg
  • Oberamt Nürtingen
  • Oberamt Reutlingen
  • Oberamt Rottenburg
  • Oberamt Tübingen
  • Oberamt Tuttlingen
  • Oberamt Urach

    JAGSTKREIS

     
  • Oberamt Gerabronn
  • Oberamt Hall
  • Oberamt Künzelsau
  • Oberamt Mergentheim
  • Oberamt Öhringen
  • Oberamt Schorndorf
  • Oberamt Welzheim
  • Oberamt Langenburg
  • Oberamt Weikersheim

    DONAUKREIS

     
  • Oberamt Göppingen
  • Oberamt Kirchheim
  • Oberamt Ravensburg
  • Oberamt Tettnang




    NECKARKREIS


     
  • Oberamt Backnang

    Hat seines etwas rauheren Klimas wegen wenig Weinbau, und es soll Lage und Boden der Weinberge für edlere Traubensorten nicht geeignet sein. Dennoch wird der in diesem Bezirke wachsende Wein durch die Bewohner desselben und der benachbarten Oberamtsbezirke Welzheim und Gaildorf der Nähe wegen in einem Preise aufgekauft, der dem in dem besser gelegenen Unterlande wenig oder gar nichts nachsteht.


  • Oberamt Besigheim

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Aussetzung von 300 fl. jährlicher Prämien für bessere Anlegung der Weinberge aus jeder Amtspflege;
    2. Bestellung einer Oberamtskommission und von Ortsaufsichtsbehörden;
    3. Musterweinberge
    a) des Weinbauvereins zu Bietigheim, Bönnigheim und Lauffen, zusammen 3 Morgen 25 7/8 Ruten
    b) der Gemeinde Löchgau, 1 Morgen
    4. Absendung (..) junger Weingärtner nach Rüdesheim im Rheingau auf ein halbes Jahr, um den dortigen Weinbau kennen zu lernen, auf gemeinschaftliche Kosten der Amtskorporation und der Weinverbesserungsgesellschaft.
    5. Beteiligung bei dem Weinbauverein mit 22 Aktien auf Amtspflege und sechs [acht] einzelnen Gemeinden
    6. und bei der Weinverbesserungsgesellschaft mit sechs Jahresbeiträgen (Amtskorporation 2, Lauffen 2, Bönnigheim und Besigheim je 1)

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Zu 1. In den Jahren 1830-35 wurde an Prämien aus der Amtspflege verwilligt an 104 Weinbergbesitzer für 29 Morgen 1 Viertel nach besseren Methoden angelegte Weinberge: 1481 fl.
    Außerdem erhielten 12 Weingärtner des Bezirks von der Weinverbesserungsgesellschaft 247 fl. Prämien.
    Zu 2. und 3. Der Flächengehalt der nach der verbesserten Bauart angelegten Weinberge belauft sich auf 199 Morgen 3 1/2 Ruten, etwa den 18ten Teil der 3513 Morgen betragenden Weinberge des Bezirks.
    Die meisten der verbesserten Weinberganlagen gewähren noch keinen oder wenigen Ertrag, weil sie zu jung sind. Wo aber schon ein solcher sich ergab, haben sich die Besitzer dadurch vollkommen befriedigt gefunden. So erlöste z.B. die Gemeinde Löchgau 1835 aus ihrem Musterweinberge 47 fl. pro Aimer, während die Nebenberge nur 14-16 fl. erlösten.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Der Versuch, welchen mehrere Weinbergbesitzer zu Besigheim, Löchgau, Schozach usw. machten, den Weinmost in geschlossenen Kufen mit den Trauben gären zu lassen, hat sich als gut bewährt, da diese Weine bedeutend besser sich gemacht haben als die nach bisheriger Weise behandelten.
    In Wahlheim wurden im Herbst 1835 von 17 Weingärtnern 17 Traubenmühlen angeschafft, auch befinden sich solche in Bietigheim 3, in Besigheim, Bönnigheim und Löchgau je 1 und gewähren diese Traubenmühlen in Beziehung auf Reinlichkeit, Schnelligkeit und leichte Behandlung mehrfache Vorzüge nur dem gewöhnlichen Treten.
    Besonders beliebt ist seit Herbst 1834 die Clevnerrebe, wogegen auf die Rieslingrebe beinahe keine Bestellungen mehr einkommen.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Da noch wenige verbesserte Weinberge einen Ertrag gewähren, so sind bis jezt erst 4 Weingärtner des Bezirks um die durch die Verfügung vom 25. September 1825 zugesicherte temporäre Zehntfreiheit eingekommen; es ist aber mit dem Eintreten eines Ertrags bald eine Vermehrung solcher Gesuche zu erwarten.
    Der Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge dürfte sich auf 56-61 Morgen belaufen.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Die hofkammerlichen Orte Erligheim, Gemmrigheim, Hessigheim, Hofen, Kaltenwesten, Kirchheim, Lauffen, Löchgau und Wahlheim, wo die Naturalverzehndung größtenteils noch nach Rauhem stattfindet, wünschen teils Entfernung der Zehntabgabe, teils Aufhören der Naturalverzehndung und Aufhebung des Kelternzwangs.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Hole in Lauffen und Schultheiß Bothner in Löchgau.


     
  • Oberamt Böblingen

    Nur die Gemeinden Schönaich und Weil im Schönbuch besitzen zusammen etwa 60 Morgen Weinberg, wo aber die Trauben des rauhen Klimas wegen nur in den besseren Jahrgängen zur Reife kommen.


     
  • Oberamt Brackenheim

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Bestellung einer Oberamtskommission für den Weinbau, bestehend aus sieben hierin erfahrenen Mitgliedern.
    2. Musterweinberge verschiedener Privaten in Brackenheim, Schwaigern, Ochsenburg, Neukleebronn, Magenheim, Stolsberg, zusammen mit edlen Sorten neu angelegte Weinberge 31 Morgen 1 Viertel.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Erinnerungen der Ortsvorsteher und Feldsteußler gegen die Anpflanzung schlechter Reben finden immer mehr williges Gehör, und weit seltener werden in den Neugereuten die Putzscheren und andere. Man nimmt überall mehr Fleiß und Sorgfalt im Bau der Weinberge wahr, und es werden die Neugereute großenteils in einer größeren Entfernung von 4 Schuh angelegt. Nicht weniger wird in Beziehung auf die Weinzubereitung in den meisten Orten alle Aufmerksamkeit verwendet. In der Oberamtsstadt und den besseren Weinorten ist eine genügende Zahl von Raspeln vorhanden, welche den Weingärtnern, die sie zu benützen wünschen, unentgeltlich abgegeben werden.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Diese Erleichterungen finden im Bezirke keine Anwendung, da in allen Weinorten mit Ausnahme der grundherrlichen Orte Schwaigern, Neipperg, Klingenberg, Massenbachhausen und Massenbach der Zehnten und Grundzinse teils gepachtet, teils abgelöst, und die Keltern von den Gemeinden angekauft worden sind.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Es wird gewünscht, daß die Gemeinden, Grundherrschaften und Privatberechtigte, unbeschadet ihrer Privatrechte, wenigstens zu billigen Geldsurrogaten für Zehnten und Kelterabgaben verpflichtet würden.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Fuchs in Brackenheim.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Das Verhenken alter Weinstöcke ist in dieser Gegend längst bekannt und wird als einen sicheren Erfolg gewährend empfohlen.


     
  • Oberamt Cannstatt

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Aufstellung einer besonderen Weinverbesserungskommission in jedem weinbautreibenden Orte, welche vom Oberamt mit einer gedruckten Instruktion versehen worden sind.
    2. Musterweinberge der Zentralstelle des Landwirtschaftlichen Vereins in Mühlhausen, der K. Hofdomänenkammer und der Weinverbesserungsgesellschaft zu Untertürkheim.
    3. Anlegung eines Reblandes in Cannstatt mit edlen Rebsorten.
    4. Anschaffung von Raspeln für die weniger bemittelten Weingärtner in Untertürkheim auf Kosten der Gemeinde.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    1. Preiszuerkennung an acht Weingärtner des Bezirks von Seite der Weinverbesserungsgesellschaft.
    2. Bedeutende Zunahme der Bestellungen edler Rebsorten bei dieser Gesellschaft.
    3. Bessere Weinpreise.
    Rücksichtlich der Weinzubereitung ist bis jezt noch wenig für Besserung geschehen. Hie und da findet bei Weingärtnern die Absonderung des roten und weißen Zeugs und die Bereitung ganz roten und ganz weißen Weins statt. Das Raspeln der Trauben findet mehr und mehr Eingang.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Sind nicht nachgesucht worden, und könnten auch nicht verwilligt werden, weil die Weinzehnten überall an die Gemeinde verpachtet sind. 20 Morgen Weinberge sind musterhaft angelegt.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Es möchten durch Verwilligung eines größern Beitrags aus der Staatskasse der Weinverbesserungsgesllschaft Mittel gegeben werden, eine größere Anzahl Prämien für musterhaft angelegte Weinberge auszusetzen.


     
  • Oberamt Esslingen

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Errichtung einer Weinbaukommission in der Oberamtsstadt.
    2. Reisen junger Weingärtner in die Rheingegenden.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Im Allgemeinen hat die Weinverbesserung sowohl in der Bestockung der Weinberge als in der Art der Weinbereitung unverkennbare Fortschritte gemacht, und es haben Belehrungen und Beispiele, die unermüdliche Tätigkeit der Weinverbesserungsgesellschaft und die Überzeugung von der Notwendigkeit der Produzierung edlerer Weine, um mit denen des Auslands konkurrieren zu können, mehr oder weniger zu Erreichung des Ziels beigetragen.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    1. Einführung von Urkunden über Traubensorten, Bau etc. der Weinverkäufer.
    2. Allgemeine Einführung des Raspelns der Trauben durch eine Verordnung.
    3. Verbot der sogenannten Putzscheren in neuen Weinberganlagen.


     
  • Oberamt Heibronn

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Besondere örtliche oder Bezirksanstalten zu Verbesserung der Weinkultur bestehen nicht; wohl aber interessieren sich die meisten Ortsvorsteher und Gemeinderäte sehr dafür, und es ist ihnen das Verdienst nicht abzusprechen, daß sie durch Wort und Tat schon manches geleistet haben.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Es herrscht allenthalben reger Eifer für Verbesserungen und Neuerungen im Weinbau und in der Weinbehandlung, wozu den besten Impuls die Bemühungen der Weinverbesserungsgesellschaft und das eigene Interesse geben, welches durch die aus den besseren Weinen erzielten höhere Preise angeregt wird.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Stadtrat Gleich in Heilbronn hat in seinen Weinbergen eine eigentümliche Methode eingeführt, indem er sie beetweise mit einer der Rebsorten anpflanzt und die Reben so zieht, daß sie 3 Schenkel bilden, welche in Halbaugen durch 2 lange und einen halben Pfahl festgehalten werden. Durch diese Methode erzielt er eine gleichzeitige Reife und bessere Trauben, und seine Weine sind notorisch sehr gut.
    Auch bedienen sich in Heilbronn einige bei der Weinbereitung einer sogenannten Gärbutten, in welcher sich ein mit Löchern versehener Senkboden befindet, der festgeschraubt wird und die Trauben abwärts drückt, während der Most durch die Löcher aufwärts steigt.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen hat sich niemand beworben. Übrigens stehen der Weinverbesserung, da die Gemeinden fast überall den Zehnten gepachtet haben, wenig Hemmnisse entgegen. Musterhaft angelegte Weinberge befinden sich auf den Markungen von Heilbronn 30-40 Morgen; Großgartach 2 Morgen; Sontheim 8 Morgen; Gantheim 2 Morgen; Talheim 1/2 Morgen; Untereisisheim 1/2 Morgen; Flein 1 1/2 Morgen, [zusammen:] 44 1/2 Morgen - 54 1/2 Morgen

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Die Wünsche gehen hauptsächlich dahin, daß die unentgeltliche Abgabe von Weinreben auch künftig fortdauren möge.


     
  • Oberamt Leonberg

    In diesem Bezirke wird der Weinbau nur in den Orten Leonberg, Eltingen, Korntal, Mönsheim, Münchingen und Weilimdorf, meist nur als Nebensache neben dem Feldbau betrieben. Doch geschieht auch hier manches zu Erzielung eines bessern Weins mittelst Anpflanzung edler Rebsorten, Raspeln der Trauben, Bedekung der Butten im Herbste, etc.


     
  • Oberamt Ludwigsburg

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Bildung eines Landwirtschaftlichen Bezirksvereins mit einer Section für den Weinbau.
    2. Absendung eines jungen Weingärtners in das Rheingau auf Kosten der Weinverbesserungsgesellschaft und der Amtskorporation.
    3. Musterweinberg des Weinbauvereins zu Asperg.
    4. Anschaffung von sogenannten Traubenmühlen in 4 Orten auf Kosten der Gemeindekassen.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die, welche auf Anpflanzung ihrer Weinberge mit edlen Rebsorten und die Weinbereitung besondere Sorgfalt verwendet haben, namentlich Generalleutnant v. Röcke in Ludwigsburg, Gemeinderat Schäfer in Hoheneck und Kniestedt'sche Gutsherrschaft in Heutingsheim und Bäcker Rohrer, haben auch die höchsten Weinpreise erzielt.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Bis jezt ist blos dem Musterweinberg in Asperg eine 6jährige Zehntfreiheit zugestanden.
    Musterhaft angelegte Weinberge befinden sich in: Hoheneck 2 Morgen 3 Viertel; Stammheim 2 Viertel; Schwieberdingen 2 Viertel.


     
  • Oberamt Marbach

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Musterweinberge
    a) des Weinbauvereins zu Steinheim an der Murr: 2 Morgen 2 Viertel
    b) der Stadt Großbottwar: 2 Viertel
    c) der Kniestedt'schen Gutsherrschaft zu Kleinbottwar: 1 Morgen 2 Viertel
    2. Anschaffung von Raspeln in den Gemeinden Marbach, Kirchberg, Kleinbottwar, Mundelsheim, Pleidelsheim, Steinheim.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Hievon können wenig gemeldet werden. Im Jahr 1831 haben 2 Marbacher Weingärtner für Rieslingpflanzungen Geldprämien von der Weinverbesserungsgesellschaft erhalten.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Wurden bis jezt nicht nachgesucht, obwohl von den Reben, die nur von der Weinverbesserungsgesellschaft bezogen wurden, bei 10 Morgen musterhaft bestockt werden konnten.

    Sonstige Bemerkungen

    Bei einer im Spätjahr 1835 vorgenommenen Visitation sämtlicher Weinberge des Bezirks wurden noch 167752 Stück Putzscherenstöcke und andere schlechte Rebsorten vorgefunden.


     
  • Oberamt Maulbronn

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Öffentliche und Bezirks-Anstalten bestehen keine, dagegen wirken einige Privaten durch musterhaften Betrieb des Weinbaues und die Weinverbesserungsgesellschaft durch unentgeltliche Abgabe edler Rebsorten vorteilhaft ein.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Trauben werden geraspelt, und einige Weinbergbesitzer lassen den Most mit den Hülsen gären. Überall werden die Butten mit geschlossenen Dekeln zum Schutz gegen Regen und Sonne gehörig vereichet.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Musterhaft angelegte Weinberge besitzen: Gerichtsnotar Gmelin in Maulbronn; Tabakfabrikant Rapp zu Mühlacker; Ochsenwirt Balzer und Ludwig Scharpf daselbst; Michael Ehnismann zu Hohenklingen; Schultheiß Brüstle zu Diefenbach; Chirurg Weisert zu Derdingen.

    Sonstige Bemerkungen

    Sehr vorteilhaften Einfluß auf die Weinbauer dieser Gegend hatte im Herbst 1835 die Zollvereinigung mit Baden, indem der Absatz ins benachbarte Ausland dadurch sehr vermehrt wurde und die Preise sich hoben.


     
  • Oberamt Neckarsulm

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Anlegung eines Musterweinberges auf der Markung von Neckarsulm, und eines Reblandes daselbst.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Nachfrage nach edlen Rebsorten ist in starker Zunahme.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Die Weingärtner im Bezirk sind sehr zufrieden und dankbar, daß sie die edlen Rebsorten von der Weinverbesserungsgesellschaft unentgeltlich erhalten. Um weitere Erleichterungen hat sich niemand beworben.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Absendung eines jungen Weingärtners in die Rheinlande und nach Frankreich.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtpfleger Fleiner in Neckarsulm.


     
  • Stadt Stuttgart

    Hier, am Sitze der Weinverbesserungsgesellschaft und des Weinbauvereins, wird ### vielfach auf die Weingärtner einzuwirken gesucht, der Erfolg davon ist jedoch bei der eigentümlichen Zusammensetzung der Gemeinde nicht besonders in die Augen fallend.


     
  • Amtsoberamt Stuttgart

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Bildung örtlicher Kommissionen in sämtlichen weinbautreibenden Orten.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Ein Vorwärtsschreiten in der Verbesserung des Weinbaus ist nicht zu erkennen, wie dann insbesondere auf die Entfernung schlechter Traubengattungen und die Bestockung der Weinberge mit edleren Rebsorten mehr als früher gesehen wird.


     
  • Oberamt Vaihingen

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Bildung eines Landwirtschaftlichen Vereins im Bezirke.
    2. Teilnahme der Amtskorporation und 7 Gemeinden an dem Weinbauverein mit 10 Aktien.
    3. Anlegung eines Musterweinbergs zu Hohenhaslach durch diesen Verein.
    4. Anschaffung einer Anzahl Raspeln zum allgemeinen Gebrauche von Seiten der Gemeinde Hohenhaslach.
    5. Aufstellung verpflichteter Männer in jedem Orte zu Beratung der Weinkäufer im Herbst.
    6. Befreiung der Erzeugnisse neu angelegter Weinberge von der Kelternabgabe binnen 5 Jahren in der Gemeinde Sersheim.
    7. Unentgeltliche Abgabe von Erde und Holz von Allmandplätzen zum Übertragen der Weinberge in der Gemeinde Eberdingen.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Im Bau und in der Bestockung der Weinberge sind mehrfache Fortschritte gemacht worden. Wenn auch vollkommen musterhafte Weinberge in neuerer Zeit wenige angelegt wurden, so fehlt es dagegen nicht an mehreren so verbesserten Anlagen, daß sie den musterhaften nahekommen.
    Seit 1830 erhielten mehrere Weingärtner des Bezirks von der Weinverbesserungsgesellschaft wegen vorschriftsmäßiger Bestockung der Weinberge 271 fl. an Prämien und 2 Preismedaillen.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Das Vergärenlassen an den Trestern wurde hie und da mit gutem Erfolg angewendet. Zu Vaihingen namentlich haben einige Weingärtner die Trester in die Fässer gebracht und nach Gehalt, Annehmlichkeit, Bouquet, Farbe und Haltbarkeit der besten Weine erhalten.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    5 Weinbergbesitzer, 6 Morgen 3 Viertel ausser dem Besitztum des Weinbauvereins und den Gräflich von Reischach'schen und Freiherrlich v. Leutrum'schen Gutsherrschaften.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Weitere Erleichterungen der Weinbergbesitzer in Absicht auf Freigebung der Lese und Abschaffung des Kelterzwangs und der Kelterabgaben.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Die Ortsvorsteher unterstützen die Fortschritte der Weinkultur auf jede Weise.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Die Veredelung durch Pfropfen fand noch keinen Eingang, wogegen die Verjüngungsmethode durch Versenken oder Vergraben alter Weinstöcke in mehreren Gemeinden, namentlich Vaihingen, Aurich, Eberdingen, Mühlhausen, Nußdorf, Oberriexingen, Roßwag und Untermberg mit gutem Erfolg angewendet worden ist.


     
  • Oberamt Waiblingen

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Bildung einer Bezirkskommission, aus 5 Mitgliedern bestehend.
    2 Beteiligung bei dem Weinbauverein mit 7 Aktien.
    3. Aussetzung von 150 fl. aus Mitteln der Amtskorporation, um 20000 Schnittlinge und Stöcke von Weingärtnern im Bezirk aufzukaufen und unentgeltlich zu verteilen.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Ortsvorsteher und Feldsteußler wachen über gehörigen Bau der Weinberge und wirken nach Möglichkeit auf Verbesserung der Rebsorten und Ausrottung des nachteiligen Gewächses, wie denn auch in neuerer Zeit zu bemerken ist, daß die Weinbergbesitzer zur Bestellung ihrer Rebgelände die edelsten Rebsorten sich zu verschaffen suchen, bei den Herbstgeschäften häufig eine Auslese einmal des roten und weißen Gewächses und dann der reifen von den gar nicht oder nicht ganzen vornehmen, sich der Raspeln häufig bedienen und ihre Bütten bedeken.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Mit gutem Erfolge wurde erprobt, wie nützlich es sei, wenn die geraspelten Weinbeeren in geschlossenen Butten zur Gärung gebracht und die gewonnenen Weinmoste, gehörig so abgegärt, in den Keller gebracht werden.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Waldmeister Singer und Gemeindepfleger Singer zu Korb haben einige halbe Morgen mit Riesling musterhaft angelegt.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Die Ausrottung der schlechten Rebsorten aus den Rebländern und Neugereuten solle zwangsweise durchgeführt werden. Auch sollte der Handel mit Rebstöcken und Schnittlingen auf Märkten und durch Hausirer unter polizeiliche Aufsicht gestellt und die Verbreitung schlechter Sorten mit Vernichten derselben und mit Strafe geahndet werden.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Die Ortsvorsteher Schlauch zu Großheppach und Kaufmann zu Korb, Hauser zu Hanweiler, Stahl zu Oppelsbohm, Hiemer zu Winnenden und Steinbach zu Waiblingen.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Das Pfropfen der Stöcke ist bisher ohne guten Erfolg versucht worden. Das Vergraben alter Weinstöcke wird häufig und mit Nutzen angewendet. Noch mehr verbreitet ist das Legen der sogenannten Nillinger.


     
  • Oberamt Weinsberg

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Örtliche Kommissionen, teils aus den Ortsvorstehern und Gemeinderäten, teils aus den Feldsteußlern bestehend.
    2. Anlegung von Musterweinbergen in einzelnen Orten, wie zu Weinsberg, Löwenstein, etc.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Weinbergbesitzer werden zu Verbesserung der Weinproduktion teils durch besseren Bau, teils durch Pflegung edler Rebsorten, teils durch sorgfältiges Absondern der verschiedenen Traubengattungen bei der Lese, Raspeln, etc., aufgemuntert. Es ist hierin auch schon peinlich viel geschehen, namentlich in den Gemeinden Weinsberg, Unterhambach, Sülzbach, Willsbach, Affaltrach, Eschenau, Löwenstein, Weiler, etc.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    8 Personen haben Zehentfreiheit auf einige Jahre erhalten. Die musterhaft oder wenigstens besser als die übrigen angelegten Weinberge belaufen sich auf ungefähr 160 Morgen.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Es wird gewünscht, daß der bessere Wein auch mehr Absatz finden möge, da es an Nachfrage nach solchem fehle. Ferner Aufhören des Kelternzwangs.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Die Ortsvorsteher Pfaff in Weinsberg, Mauchert in Eberstadt, Kaiser in Rapbach, Haug in Stilzbach, Kleinknecht in Willsbach, Trall in Löwenstein.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Das Pfropfen ist fast überall, aber nicht mit glücklichem Erfolg versucht worden, und es scheint, daß dasselbe keinen Fortgang gewinnen werde.



    SCHWARZWALDKREIS


     
  • Oberamt Herrenberg

    Nur in den Orten Unterjesingen, Entringen, Breitenholz, Hagelloch, Pfäffingen, Poltringen, Oberndorf und Kayh wird der Weinbau, jedoch nur als Nebenbeschäftigung, betrieben, und der schon etwas rauheren Lage wegen kein guter und haltbarer Wein gewonnen. Für Verbesserung desselben ist noch wenig geschehen, und wird auch nicht viel geschehen können, weil der Weinbau nur als Nebensache betrieben wird und auch die geringen Mengen dieser Gegend guten Absatz finden.


     
  • Oberamt Horb

     
  • Oberamt Horb

    In diesem Bezirke ist der Weinbau höchst unbedeutend, indem nur zu Bieringen 15 Morgen und in Horb 2 1/4 Morgen mit Reben angepflanzt sind. Für Verbesserung des Weinbaues konnte deshalb auch nicht viel geschehen.


     
  • Oberamt Neuenbürg

    Nur in den Orten Arnbach, Birkenfeld, Gräfenhausen, Loffenau, Oberniebelsbach, Ottenhausen und Unterniebelsbach wird Weinbau getrieben. Örtliche und Bezirksanstalten zu Verbesserung der Weinkultur bestehen keine. Dessenungeachtet ist seit einigen Jahren durch Einwirkung der Weinverbesserungsgesellschaft schon vieles geschehen. Namentlich wurden von den Weinbergbesitzern die schlechteren Sorten, wie Putzscheeren, wo nicht ganz, doch zum größten Teile entfernt und solche durch edlere Rebsorten, welche von der Gesellschaft abgegeben wurden, ersezt, und auf das Jahr 1836 allein 51200 Rebschnittlinge verlangt. Im Allgemeinen lassen es sich die Ortsvorsteher sehr angelegen sein, den Weinbau zu verbessern und eine zweckmäßige Weinbereitung herbeizuführen.


    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Anlegung eines Musterweinbergs und Reblands zu Neuffen.
    2. Unterstützung der Weingärtner daselbst aus der Stadtkasse bei Anschaffung von Dekeln auf die Butten.
    3. Anschaffung einer Raspel daselbst auf Kosten der Gemeinde.
    4. Bildung einer Bezirkskommission für Neuffen, Linsenhofen, Frickenhausen und Tischardt.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Bestockung der Weinberge ist in der Regel gut bestellt und nicht zu eng; schlechte Rebstöcke sind wenig zu finden, namentlich nicht im Neuffener Hut, wo der Silvaner die vorherrschende Sorte ist.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Die Spätlese hat sich in Neuffen als sehr zwekmäßig bewährt, und es fand daselbst eine Vereinigung mit den meisten benachbarten Weinorten statt.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Musterhaft angelegte Weinberge sind zu Neuffen: 1 1/8 Morgen; Nürtingen 1/2 Morgen; Linsenhofen 1/8 Morgen.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    1. Vorlese nicht mehr zu gestatten.
    2. Prämien aus der Oberamtspflege für musterhaft angelegte Weinberge.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Krais zu Neuffen und Schultheiß Eberhardt zu Linsenhofen.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Das Pfropfen der Reben wurde zu Linsenhofen von einigen sehr erfahrenen Männern bei einigen Sorten versucht, aber durchaus mit ungünstigem Erfolg. Das Versenken alter Weinstöcke ist eine hier wie in Neuffen schon lange übliche Verjüngungsmethode, welche bei einzelnen Stöcken häufig, nicht aber bei ganzen Weinbergstücken mit Vorteil angewendet wird.


     
  • Oberamt Reutlingen

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    In einigen Orten bestehen Lokalkomissionen für Verbesserung des Weinbaues, meist aus Gemeinderäten und Mitgliedern des Felduntergangs.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    In Reutlingen und Pfullingen, wo der Weinbau im Bezirke noch am stärksten betrieben wird, soll eine bedeutende Verbesserung des Weinbaues seit 10 Jahren unverkennbar sein, indem geringe und schlechte Traubensorten nach und nach ausgerottet und durch bessere ersezt, die Weinberge häufig weitläufiger als früher bestockt und die Trauben von einzelnen Weinbergbesitzern teilweise ausgelesen und geraspelt werden.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Musterhaft angelegte Weinberge in Pfullingen: 13 Morgen; in Reutlingen: nicht erhoben.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Von dem Stadtrat in Reutlingen wurde der Wunsch angetragen, daß die unentgeltliche Austeilung von Rebschnittlingen von Seite der Weinverbesserungsgesellschaft fortgesezt werden möchte, indem man dieser, neben dem Beispiel, welches einzelne vermöglichere Weinbergbesitzer gegeben haben, die dortigen Verbesserungen vorzugsweise zu verdanken habe.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Kurly in Pfullingen.


     
  • Oberamt Rottenburg

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Der Landwirtschaftliche Bezirksverein zu Rottenburg und
    2. die Weinverbesserungsgesellschaft daselbst.
    3. Austeilung von Prämien und Rebschnittlingen von Seite der Lezteren.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Dem Erfolg der Bemühungen der Rottenburger Lokal-Weinverbesserungsgesellschaft soll nicht zu mißtrauen sein und sich hauptsächlich in der Ausrottung schlechter und Anpflanzung edlerer Rebsorten äussern.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Ungefähr 20 Morgen im Besitze der Lokal-Weinverbesserungsgesellschaft und des Hospitals zu Rottenburg.

    Sonstige Bemerkungen

    In diesem Bezirke ist der Weinbau größtenteils auf südliche Bergabhänge beschränkt.


     
  • Oberamt Tübingen

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Zu Tübingen eine Aufsichtskommission, bestehend aus den Felduntergängern.
    2. Anlegung eines Musterweinbergs daselbst von Seite des Weinbauvereins.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Wirkliche Fortschritte in der Weinverbesserung sind hauptsächlich mit von den vermöglicheren Weinbergbesitzern gemacht worden. Bei der Zubereitung des Weines sind insofern Fortschritte wahrgenommen worden, daß sich der Gebrauch der Raspeln immer mehr zu verbreiten beginnt, die Butten sorgfältiger bedekt werden und, freilich nur bei wenigen, bei dem Lesen eine strenge Absonderung gemacht wird.


     
  • Oberamt Tuttlingen

    In diesem Bezirke wird der Weinbau nur zu Hohentwiel auf der dortigen Staatsdomäne auf einer Fläche von 36 Morgen betrieben, und es hat sich die Staatsfinanzverwaltung die Verbesserung dieser Weinberge durch ihre Pächter seit vielen Jahren angelegen sein lassen, indem sie nach und nach mit besseren Rebsorten bestockt worden sind und durch gelernte Weingärtner aus den Neckargegenden gebaut werden.


     
  • Oberamt Urach


    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Der Stadtrat in Metzingen hat 2 Musterweinberge anlegen lassen, hauptsächlich zur Verteilung von Schnittlingen edler Rebsorten bestimmt. Diesem Beispiele folgte der Gemeinderat in Dettingen.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Schnittlinge edler Rebsorten wurden von den weinbautreibenden Orten Metzingen, Eningen, Dettingen und Neuhausen in großer Menge von der Weinverbesserungsgesellschaft bezogen, und überall bemüht man sich, die schlechten Rebsorten nach und nach auszurotten und durch weitläufigere Bestockung des Bodens den Weinertrag zu verbessern. Überall werden die Mostbütten im Herbste mit Deckeln geschlossen.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Musterhaft angelegte Weinberge in Metzingen: 5 Morgen; Dettingen 1 1/2 Morgen

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Gußmann in Metzingen.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Das Pfropfen von Schnittlingen auf andere Rebsorten wurde in Metzingen zwar versucht, aber ohne befriedigendes Resultat.



    JAGSTKREIS


     
  • Oberamt Gerabronn

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Bildung einer Lokalkommission in Niederstetten.
    2. Anlegung eines Musterweinbergs daselbst.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Weingärtner in Niederstetten bemühen sich, ihre Weinberge mit edleren Rebsorten zu bepflanzen. Ein Weingärtner daselbst hat einen Preis von der Weinverbesserungsgesellschaft erhalten.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Den Most in geschlossenen Gefäßen gären zu lassen, die Beeren der Trauben von den Kämmen zu sondern und das Raspeln finden Eingang.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    In Niederstetten: 2 1/2 Morgen 10 Ruten

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    Das Pfropfen der Reben wurde schon versucht, soll aber den gewünschten Erfolg nicht gewährt haben.


     
  • Oberamt Hall

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Ein Bezirksverein besteht zu Hall.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Der Weinbau wird nur in wenigen Orten des Bezirks betrieben. Die Rebenverteilung der Weinverbesserungsgesellschaft wird stark benüzt und hiedurch auf Erzielung eines besseren Weins hingewirkt.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Ein eigentlich musterhaft angelegter Weinberg ist noch nicht vorhanden, doch zeichnen sich vor anderen aus: Apotheker Kuder und Weinbergsbesitzer Weiß zu Hall; Gottfried Pfisterer zu Eislingen(?).

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Wibel in Hall.


     
  • Oberamt Künzelsau

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Ein Bezirksverein mit 15 Mitgliedern besteht in Künzelsau. Den Weinkäufern erteilen die Ortsvorsteher, Kelterschreiber und Unterkäufer im Herbst jede gewünschte Auskunft.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    In den weinbautreibenden Orten zeigt sich neuerdings ein reger Eifer, im Anbau und der Bestockung der Weinberge Verbesserungen anzunehmen, weshalb auch die Rebenausteilung der Weinverbesserungsgesellschaft stark benüzt wird.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Das Raspeln der Trauben und die Gärung in der Kufe haben einige Weinbergbesitzer in Ingelfingen seit 1828 mit gutem Erfolge angewendet. Auch zeigte sich daselbst zufällig das einlegen von Steinen unter die Erdschicht durch Ableitung der Feuchtigkeit als nützlich.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Außer einem, der abgewiesen wurde, hat sich niemand gemeldet.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Der Bezirksverein trägt darauf an, daß bei neuer Bestockung von Weinbergen niemand gestattet werden sollte, andere als edle Rebsorten zu pflanzen, wobei rotes und weißes Gewächs immer abgesondert gebaut werden müßte. Ferner auf Anlegung von Musterweinbergen und Rebländern auf öffentliche Kosten.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Berger in Ingelfingen.


     
  • Oberamt Mergentheim

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Ein Bezirksverein zu Mergentheim.
    2. Musterweinberge zu Mergentheim, Stuppach, Igersheim und Markelsheim.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Guter Wille und ein verständiger Sinn zu weiterer Veredelung des teilweise schon sehr guten Tauberweins fehlen nicht, und besonders zeigt sich neuerdings ein reges Streben, gegen das rivalisirende badische Taubertal nicht zurückzubleiben.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Den Wein süß in das Faß zu bringen, hält man nach gemachten Erfahrungen für besser, als das Gären in verschlossenen Kufen. Einer neueren Erfahrung gemäß hält man das Abraspeln der Beeren für die Haltbarkeit des Weines nicht zuträglich.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Musterweinberge haben angelegt: Seine Hoheit Herzog Paul von Württemberg; Kaufmann Röser; Stadtrat Stephan; Hofrat Röser; Oberstlieutnant v. Speth und Gebrüder Breitenbach zu Mergentheim; Kanzleirat Steudel zu Stuppach; Gemeinderat Möhler zu Igersheim und Kellermeister Schmid zu Markelsheim.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Das Aufhören der standesherrlichen Bannkeltern wird als wünschenswert bezeichnet.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Die Ortsvorsteher verdienen im Allgemeinen das Zeugnis, daß sie überall bereit sind, die Bemühungen einzelner Weingärtner zu unterstützen und zu nützlichen Neuerungen auf öffentliche Kosten das Ihrige beizutragen.


     
  • Oberamt Öhringen

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Musterweinberge zu Adolzfurt und Verrenberg.
    2. Lokalkommissionen zu Hansberg, Oberahrn und Windischenbach.
    3. Absendung eines Weingärtners von Michelbach nach Baden und ins Rheingau auf Kosten der Amtspflege.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Die Weinkultur in diesem Bezirke ist, besonders auch im Kochertale, wo sie früher sehr vernachlässigt und keine Rücksicht auf Entfernung schlechter Rebsorten genommen wurde, sehr in der Besserung begriffen.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    In Folge der Erfahrungen des in die Rheingegenden abgesandten Weingärtners wurde der dort übliche Halbbogen und Zapfenschnitt in mehreren Orten des Oberamts eingeführt.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Stadtrat Mayer zu Öhringen hat für Anlegung von 2 Morgen mit Rieslingen eine 8jährige Zehntfreiheit erhalten.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    In Windischenbach werden die (..) durch Wurzelschößlinge anderer Reben ergänzt.


     
  • Oberamt Schorndorf

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Ein Bezirksverein.
    2. Anlegung eines Reblands zu Schorndorf auf Kosten der Stadt, desgleichen zu Grunbach.
    3. Musterweinberge zu Schorndorf, Grunbach und Haubersbronn.
    4. Anschaffung von 13 Raspeln zu Schorndorf auf Kosten der Stadt.
    5. Örtliche Kommissionen zu Beutelsbach, Grunbach, Schnait, Steinenberg, Winterbach, Haubersbronn, Schanbach und Weiler.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    In den meisten weinbautreibenden Orten zeigt sich ein reger Eifer zu Verbesserung des Weins, hauptsächlich durch das Ersetzen schlechterer Rebsorten mit besseren und sorgfältigerer Bereitung des Mosts.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Neun Weingärtner zu Grunbach für 3 Viertel.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß Palm zu Schorndorf und Schultheiß Maier zu Grunbach.


     
  • Oberamt Welzheim

    Der Weinbau wird nur in den Gemeinden Rudersberg, Unterschlechtbach, Plüderhausen und Waldhausen betrieben, die Anpflanzung edlerer Rebsorten unterliegt schon des Klimas und der Lage wegen Schwierigkeiten, wozu auch kommt, daß es bei dem leichten Absatz des neuen Weins, gleichviel ob er guter oder geringer Qualität ist, nicht im Interesse der Weinbergbesitzer liegt, ihre Weine zu verbessern, sondern nur soviel wie möglich zu erhalten.


     
  • Oberamt Künzelsau

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Lokalverein zu Künzelsau.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Sucht hauptsächlich durch Beispiel, Belehrung, Anschaffung edler Rebsorten, etc., auf Verbesserung des Weinbaues zu wirken.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Kaufmann Weiß in Künzelsau: 3 Viertel.

    Angestellte Versuche über die Verjüngung der Reben durch Pfropfen, etc.

    In Künzelsau vorgenommene Pfropfversuche hatten keinen guten Erfolg.


     
  • Oberamt Langenburg

    Der Weinbau wird im Bezirke hauptsächlich nur in dem Orte Helfenberg betrieben, wo durch die Bemühungen des Ortsvorstehers und der Feldsteußler die Ausrottung schlechterer, dagegen die Anpflanzung besserer Rebsorten, die allmähliche Versetzung der Bäume und anderer, den Reben nachteiliger Gewächse, die Bedeckung der Kufen mit Dekeln, das Auslesen der unreifen und schlechteren Trauben nun den übrigen, überhaupt aber eine gute und reinliche Mostbereitung bewirkt worden ist.


     
  • Oberamt Weikersheim

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    Der Fürst von Hohenlohe-Langenburg und einige Privaten haben Einleitungen zu Gewinnung eines besseren Weins in ihren Weinbergen getroffen. Die meisten übrigen Weinbergbesitzer scheinen die Notwendigkeit von Verbesserungen im Bau und der Zubereitung des Weins noch nicht einzusehen.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Die Spätlese hat besonders im Herbst 1835 viele Anhänger gefunden, und das Resultat derselben ist von der Art, daß nicht zu zweifeln ist, daß solche in Zukunft allgemein werden wird.

    Sonstige Bemerkungen

    Gegen das Raspeln der Trauben wird angeführt, daß der Wein hiedurch weniger haltbar werde.



    DONAUKREIS


     
  • Oberamt Göppingen

    In diesem Bezirke ist der Weinbau von so geringer Bedeutung, daß gar kein Bericht des Oberamts eingezogen wurde.


     
  • Oberamt Kirchheim

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Von einer Privatgesellschaft in Kirchheim wurde ein Musterweinberg angelegt von 3 Viertel, ebenso in Bissingen von der Gemeinde.
    2. In mehreren Orten wurden Gemeinde-Rebländer mit besseren, für die Gegend passenden Rebsorten angelegt und die Reben unentgeltlich an die Weingärtner abgegeben.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    Durch diese Anstalten und oberamtliches Betreiben wurde bewirkt, daß in den Orten, in denen Weinbau betrieben wird, die versetzbaren Bäume aus den Weinbergen entfernt, die schlechten Sorten beinahe ganz verdrängt und mit besseren angepflanzt worden sind, so daß auch die Weinpreise sich gehoben haben.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Schultheiß Klett in Bissingen.


     
  • Oberamt Ravensburg

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    1. Erteilung von Vorschriften für den Bau und die Bereitung der Weine durch ein Lokal-Statut für die Amtsstadt.
    2. Verteilung von Preisen an ausgezeichnete Weinbauer im Bezirke alle 3 Jahre.
    3. Verwandlung aller Weinzehnten zu Ravensburg in feste Geldsurrogate.
    4. Öffentliche Bekanntmachung aller ausgezeichneter Weinbauer unmittelbar vor der Weinlese, und
    5. Aufstellung einsichtiger Männer als Rebschauer in sämtlichen Weinorten.

    Leistungen dieser Anstalten in den Jahren 1829-1835, vorgenommene Verbesserungen in dem Bau und der Bestockung der Weinberge, in der Weinzubereitung, etc.

    9 Weinbergbesitzer haben den Bau ihrer gegen 15 Morgen betragenden Weinberge durch weitläufigere Stellung der Reben, Ausrottung schlechter und Anpflanzung guter Rebsorten wesentlich verbessert.
    In Absicht auf Weinbereitung haben sich 5 Weinbergbesitzer durch Aussonderung der Trauben, abgesondertes Keltern der verschiedenen Sorten und Raspeln hervorgetan.

    Gelungene neuere Versuche im Weinbau und in der Weinzubereitung

    Ein von einem Ravensburger Bürger angestellter Versuch mit Bereitung von Öl aus Traubenkernen ist aufs Beste gelungen.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Stadtschultheiß v. Zwerger in Ravensburg.


     
  • Oberamt Tettnang

    Örtliche und Bezirks-Anstalten zu Verbesserung der Weinkultur

    In den letzten Jahren ist der Verbesserung des Weinbaues viel Sorgfalt gewidmet worden.

    Zahl derer, welche sich um die Einräumung der gesetzlichen Erleichterungen für Weinverbesserung beworben und solche erhalten haben; Meßgehalt der musterhaft angelegten Weinberge

    Musterweinberge haben angelegt: Schultheiß Braun von Retterschen, Gemeinde Nonnenbach: 1 1/2 Morgen; Schultheiß Streicher zu Langenargen: 1/4 Morgen; Kaufmann Lachenmaier daselbst: 1/2 Morgen; Stadtrat Hutten zu Friedrichshafen: 1/8 Morgen.

    Wünsche und Anträge über weiter zu treffende Maßregeln

    Es wird gewünscht, daß vermittelst der herrschaftlichen Kellereien Gelegenheit zum Einlegen ihres Weines gegeben werde.

    Ortsvorsteher, welche sich durch Eifer und Tätigkeit in Emporbringung des Weinbaus und der Weinbereitung ausgezeichnet haben

    Schultheiß Braun von Nonnenbach.
     


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