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Besuche Kaiser Napoleon in Württemberg 1805 1806

Eberhard Fritz



Besuche des Kaisers Napoleon in Württemberg in den Jahren 1805 und 1806


Zwei Mal besuchte der französische Kaiser Napoleon den König Friedrich von Württemberg. Der offizielle Ablauf der Besuche ist in den Hofdiarien beschrieben, die im Archiv des Hauses Württemberg in Schloss Altshausen erhalten geblieben sind. Daneben berichteten auch die Zeitungen, freilich mir einiger Verspätung, ausführlich über die Staatsbesuche.
Angefügt sind diejenigen Briefe, welche der Kaiser an seine Marschälle und Generäle aus Ludwigsburg schrieb. Sie werden nicht im Archiv des Hauses Württemberg, sondern in französischen Archiven verwahrt.





 

Quelle
Datum

 

Text

 

Anmerkungen

Besuch des Kaisers Napoleon vom 2. bis 5. Oktober 1805

Hofdiarium Ludwigsburg
Montag, 30. September 1805
Um 10 Uhr vormittags kam auf dem Weg von Heilbronn her eine starke Collonne Kaiserlich Französische Kriegs-Truppen an dem Heilbronner Thor an und verlangten, in die Stadt eingelassen zu werden. Serenissimus Elector [1], so von dessen Annäherung schon vorläufig benachrichtiget, lißen sämtliche Thore der Stadt sperren und das hier garnisonierende Militair aus und an die Thore rücken. Gleich darauf begaben sich Herr Staats- und Conferenz-Minister Graf von Winzigeroda Exc. mit den Kaiserlich Französischen Herren Gesandten v. Didelot [2], so sich eben hier befunden, vor das Heilbronner Thor zu den commandierenden Herrn General der französischen Truppen. Nach dieser Unterredung die Truppen wieder aufbrachen und ohne in die Stadt zu kommen ihren Marsch über den Neckar bey Neckarweihingen fortsetzten. Nachmittags 3 Uhr kam der Kaiserlich Französische General und Generaladjutant Mouton, von dem Kaiser Napoleon mit einem Schreiben an Serenissimus Elector abgeschickt, und bey dessen Ankunft sogleich eine Privat-Audienz bey Serenissimus erhielt, und worauf sich sogleich die Nachricht verbreitete, das Seine Majestät der Kaiser Napoleon nahern kommen würde. Auf diese erhaltene Nachricht, auch darauf Herrn Staatsminister Norman von Ehrenfels an Seine Majestät den Kaiser Napoleon abgeschickt wurde. Abends war Spiel bey Hof. Nachts war die Tafel im Marmor-Sall zu 54 Couverts mit Zuziehung des französischen Gesandten v. Didelot und dem französischen General Mouton [3]. Serenissimus Elector aber speisten en reterade. Wegen denen so plötzlich sich ereignenden Kriegsunruhen wurden die noch ferner zu begehenden Feierlichkeiten [4] nach der gegebenen Tags-Einteilung sub Litt. A gäntzlich abgesagt. [1] Anrede für Kurfürst Friedrich
[2] Ministre plénipotentiaire in Stuttgart.
[3] Georges Mouton (1770-1838), Graf von Lobau.
[4] Es handelte sich um die Hochzeitsfeierlichkeiten für Prinz Paul von Württemberg, Sohn des Kurfürstenpaares, und Prinzessin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen.
Hofdiarium Ludwigsburg
Dienstag, 1. Oktober 1805
Heute marschirten wiederum einige 1000 Mann französische Cavallerie, so von Heilbronn komen, vor hiesige Stadt, nach dem Neckar zu, vorbey. Die Churfürstliche Tafel mit Zuziehung des Kaiserlich Französischen Gesandten v. Didelot und General Mouton, mittags 58 und nachts 52 Couverts. Serenissimus Elector aber bede Mal in Höchst Dero Zimmer. Nachmittags gegen 5 Uhr kamen der Kaiserlich Französische General-Feld-Marschall Lannes [1] in Begleitung mehrere Generals und Adjutanten hier an. Derselbe ritten grade in Schloß, wo sie am großen Portall abstiegen, und sodann durch den Herrn Obrist v. Varnbühler zu Serenissimus Elector Apartement geführt wurden, und eine Unterredung mit Höchstdieselben hatten. Nach demselben wurde sodann der Herr Feldmarschall in dass für ihn bestimmte Logis in den Grafen-Bau geführt, wo sie dann mit denen sämtlichen Generals an einer Tafel zu 24 Couverts zu Mittag speißten. Eodem kamen heute französische Grenadier in dem Schloß an, um die Posten für die Zimmer des Kaisers zu geben. Nachts um 8 Uhr wurden Seine Excellenz Herr Obrist-Kammerherr Graf Jenison und Herr Ober-Stallmeister v. Görlitz Seiner Majestät dem Kaiser der Franzosen – so morgen hier erwartet werden – bis Heilbronn entgegen geschickt, um Allerhöchstdieselben im Nahmen Seiner Churfürstlichen Durchlaucht zu bekomplimentiren. [1] Jean Lannes (1769-1809), Herzog von Montebello.
Hofdiarium Ludwigsburg
Mittwoch, 2. Oktober 1805
Vormittags kamen schon einige Hof-Persohnen des Kaisers hier an, als zum Exempel Kammerdiener, Maitres de Hotel, Köche, Conditor, ersterer das Logis für den Kaiser zurecht zu machen, und letztere, für Höchstdenselben kochen zu können. Heute zu der Ankunft Ihro Majestät des Kaisers der Franzosen, und wärend Höchstdero hier sind, erschienen die Herren Cavalirs in der gestickten rothe Hof-Uniform, die Dames im Caftan und die Livree-Dienerschaft musste die Galla-Livrée anlegen. Mittags wurde bey der Frau Churfürstin K.H. en famille gespeist, der übrige Hof aber in der Familien-Gallerie. Nacht nach 10 Uhr kamen Seine Majestät der Kaiser der Franzosen in Begleitung des Herrn Herzog Paul D., so Ihro Majestät entgegengeritten waren, unter dem Donner der Kanonen und Läutung aller Glocken der Stadt hier an. Höchstdieselben stiegen im Garten am Marmor-Sall aus, wo Höchst Sie von Seiner Churfürstlichen Durchlaucht, den Prinzen von Haus und dem ganzen Hof empfangen und von Seiner Churfürstlichen Durchlaucht in dem Marmor-Sall, wo die Frau Churfürstin K.H. mit den Herzoginnen, Prinzessen und von den Staats- und Hof-Damen umgeben waren, geführt, und der Frau Churfürstin und der Frau Herzogin von Sachsen-Hildburghausen, der Frau Herzogin Eugen wie auch den Prinzessinnen presentirt wurden. Nach diesem verfügten sich Ihro Majestät in Dero Apartement, und zwar in die Zimmer Seiner Churfürstlichen Durchlaucht, so für Ihro Majestät bereitet wären. Ihro Majestät der Kaiser der Franzosen erhielten zur Aufwartung: zwey Kammerherren (Herr v. Röder, Herr v. Wechmar); zwey Leib-Jagdpagen (v. Virchier, v. Späth); zwey Kammerdiener (Rechevoir, Pich), zwey Kammer-Laquayen; zwey Läufer und vier Bediente. Die in dem Gefolge Ihro Majestät des Kaisers von Franckreich befindliche Generals und Officirs des General-Staabs erhielte alle Wohnung in dem Schloß, und unter denen großen Gefolge, so man nahmentlich in Erfahrung hat bringen können, war der Kriegsminister Berthier [1], Feld-Marschall Mortier [2], General-Gardon Oberstallmeister Gullencourt [Caulaincourt] [3]. Ihro Majestät speisten en reterade. In der Familien-Gallerie war eine Tafel zu 100 Couvert, wo die Frau Churfürstin K.H. mit den übrigen Fürstlichen hohen Persohnen, dem ganzen Hof, und die französische Generale speisten. Serenissimus Electus aber speisten auf Höchst Dero Apartement. [1] Louis-Alexandre Berthier (1753-1815), Fürst von Neuchâtel und Wagram. [2] Edouard Mortier (1768-1835), Herzog von Trévise. [3] Armand Augustin Louis de Caulaincourt (1773-1827), General und Botschafter.
Hofdiarium Ludwigsburg
Donnerstag, 3. Oktober 1805
War wieder Galla bey Hof. Vormittags nach 10 Uhr begaben sich Serenissimus Elector zu Ihro Majestät dem Kaiser, wo Höchstdieselben sich über eine Stunde lang verweilten. Um 12 Uhr dejeunierten der Kaiser in Dero Cabinet. Um 1 Uhr war mittags die Churfürstliche Tafel in der Familien-Gallerie zu 50 Couverts, wo Serenissima Electrix mit dem Hof speisten, Seine Churfürstliche Durchlaucht aber auf dem Zimmer. Abends 7 Uhr war Schauspiel in dem Churfürstlichen Schloß-Theater, welchem Ihro Majestät der Kaiser mit anwohnten. Nach einem Aufenthalt von 1 Stunde verfügten sich Ihre Majestät mit Ihro Durchlauchten dem Churfürst, der Churfürstin und den gesamten Fürstlichen Persohnen aus dasselbe in der Familien-Gallerie zur Tafel, wo der Kaiser mit den Durchlauchtigsten Herrschaften unter dem Dais [1] an einer Tafel zu 13 Couvert speisten, und wo die Höchsten Herrschaften bloß von der Aufwartung servirt wurden. Wärend der Tafel blieb der Hof an der Tafel stehen, und nach Endigung derer speiste derselbe in der Bilder-Gallerie. [1] Baldachin.
Hofdiarium Stuttgart
Freitag, 4. Oktober 1805
Nachmittags vor 4 Uhr kamen Serenissimus Elector mit Herzog Eugen und Herzog Wilhelm D. [1] im Neuen Schloss unter dem Portall an, und eine 1/2 Stunde später Seiner Majestät der Kaißer Napoleon mit Herzog Paul D. und mehreren französischen Herren Generalen unter dem Geläute der Glocke und Abfeuerung mehrerer Canonen unter dem Portal hier an, wo sämtliche Militair en espaliers [2] gestelt waren. Die hießige Cavaliers von Hof versamleten sich bei der Ankunft unter dem Portall, rechts in den Zimmern. Dann begaben sich sämtliche Höchste Herrschaften, die Zimmer des Neuen Schlosses zu sehen, und nach 5 Uhr durchfuhren die Höchste Herrschaften einige Theile der Stadt, von wo Seine Majestät der Kaißer wieder nach Ludwigsburg retournierten, Serenissimus aber erst gegen 7 Uhr dahin abzugehen gnädigst geruheten. [1] Durchlaucht.
[2] Im Spalier.
Hofdiarium Ludwigsburg
Freitag, 4. Oktober 1805
Abermals Galla bey Hof. Ihro Majestät der Kaiser dejeunirten wie gewöhnlich in Höchstdero Cabinet. Nach eingenommenem Frühstück erhoben sich Ihro Majestät in Begleitung Herrn Herzog Paul D. über Canstadt nach Stuttgardt, wo Höchstsie unter dem Donner der Kanonen und Läutung der Glocken empfangen wurden, und in dem Neuen Schloß unter dem Großen Portal, wo sich der ganze Hof zum Empfang versamlet hatte, abstiegen. Seine Churfürstliche Durchlaucht hatten sich 1/2 Stunde früher mit Höchstdero Herren Brüder Herr Herzog Eugen und Herr Herzog Wilhelm D.D. dahin begeben. Nach einem kurzen Aufenthalt im Schloß zu Stuttgardt fuhren sodan der Kaiser in Begleitung Herrn Herzogs Paul in der Stadt herum, und kehrten sodan anhero zurük. Um 8 Uhr nachts speisten der Kaiser wie gewöhnlich in dero Cabinet. Die Churfürstliche Tafel mittags 50 und nachts 60 Couverts in der Familien-Gallerie, Serenissimus Elector aber jedes Mal in Höchstdero Zimmer.
Hofdiarium Ludwigsburg
Samstag, 5. Oktober 1805
Heute Vormittag reisten der Herr Herzog Eugen von Württemberg D. in Begleitung des Herrn Rittmeister von Wolzogen von hier zu Seiner Majestät dem König von Preußen nach Berlin ab; zuvor beurlaubten sich Höchstdieselben bey Seiner Majestät dem Kaiser Napoleon. Nach 10 Uhr erhoben sich der Kaiser in Begleitung Herr Herzog Paul D. von hier auf den Asperg, nahmen denselben und die Gegend in Höchsten Augenschein und kehrten sodan von da wieder retour. Bey Höchstdero Rückkunft beurlaubten sich Seine Majestät der Kaiser Napoleon bey Seinen Durchlauchten den Churfürst und der Frau Churfürstin und den sämtlichen Fürstlichen Personen und reisten unter dem Donner der Canonen und Läutung der Glocken von hier nach Ellwangen ab. Sowie der Kaiser sich von hier begeben hatte, hörte die Galla auf, und die Trauer wurde wieder angelegt. Mittags speisten Serenissimus Elector mit Herr Herzog Wilhelm D. auf Höchstdero Zimmer, Serenissima aber mit den Hohen Fremden und dem Hof in der Gallerie an einer Tafel zu 50 Couverts. Nachmittags begaben sich Serenissmus Elector mit Herr Herzog Wilhelm D. in Begleitung sämtlicher Herrn Adjutants nach Stuttgardt, blieben allda über Nacht und kamen sonntags, den 6. Oktober von Stuttgardt retour. [1] Die sechswöchige Hoftrauer seit dem 11. September 1805 für Herzog William Henry von Gloucester und Edinburgh (1743-1805), Bruder des Königs Georg III. von England und Onkel der Kurfürstin war während des Kaiserbesuchs unterbrochen worden.
„Churfürstlich privilegirte Stuttgartischen Zeitung“vom 26. Oktober 1805 mit dem Bericht über die Ereignisse vom Freitag, dem 4. Oktober
Se. Majestät der Kaiser kam gestern Abends 10 Uhr in Ludwigsburg an. Sobald Se. Churfürstliche Durchlaucht von Württemberg von dem Uebergang über den Rhein Nachricht erhalten hatten, so baten Sie Se. Majestät durch ein Einladungs-Schreiben, Ihr Hauptquartier in der Churfürstlichen Residenz zu nehmen. Es wurden auf die Straße Relais für den Kaiser gelegt. Der Churfürstl. Obristkammerherr und Oberstallmeister reisten Ihm entgegen. Zwei Stunden vor der Stadt wurden Se. Majestät durch den Prinzen Paul, zweiten Sohn des Churfürsten, empfangen. Zur Beleuchtung der Straße waren in kurzen Zwischenräumen Feuer angezündet. Bei der Ankunft zu Ludwigsburg wurden Se. Majestät mit 100 Kanonenschüssen begrüßt. Der Churfürst hatte Sich an den Eingang des Schlosses zum Empfange des Kaisers begeben, welcher mitten durch die Churfürstl. Truppen, die en haie [1] mit fliegenden Fahnen aufgestellt waren, unter dem lauten Schall militairischer Musik dahin geführt wurde.
Während der drei Tage, welche Se. Majestät zu Ludwigsburg zubrachten, erhielten Sie von dem Churfürsten unausgesetzt Beweise von Achtung, Zuneigung und Ergebenheit. Ihre Churfürstlichen Durchlauchten wussten in die Ehren-Bezeugungen, welche Sie dem Kaiser erwiesen, eben so viele Sorgfalt und Aufmerksamkeit als Würde zu legen. Es war großer Cirkel und Schauspiel bei Hof. Den 5. Okt verließen Se. Majestät die Churfürstl. Residenz wieder, und begaben Sich mit der Post nach Ellwangen, der Hauptstadt des Fürstenthums dieses Namens, an den Grenzen des Churfürstenthums.
Unbekannte Zeitung 26. Oktober 1805 mit dem Bericht über die Ereignisse vom Sonntag, dem 6. Oktober
Se. Majestät der Kaiser der Franzosen und König von Italien, die vorgestern Abends 4 Uhr über die Höhe von Fehlbach her, welche Sie in Augenschein genommen, nach Stuttgart gekommen waren, sind um 5 Uhr nach Ludwigsburg zurükgekehrt. Gestern Vormittags besah der Kaiser in Begleitung des Herzogs Paul einen Theil der Gegend von Ludwigsburg, und Nachmittags halb 2 Uhr reiste er von Ludwigsburg ab, um sich über Kannstadt, Waiblingen und Schorndorf nach Gmünd zu begeben. Sämtliche Französische Armee-Korps hatten Befehl erhalten, in Eilmärschen vorzurüken, und den gestern noch aus dem Marsche nach Plochingen und Göppingen begriffenen Truppen gieng die Ordre zu, sich links herüber zu wenden, auf die Schorndorfer Straße. Durch Kannstadt sind vorgestern sehr viele Französische Truppen, Infanterie, Kavallerie, besonders auch viele Artillerie, gezogen, Schorndorf zu. Der Zug dauerte vom Morgen bis zum Abend. Auch gestern früh passirten durch Kannstadt wieder mehrere Tausend Mann Französischer Truppen, Kavallerie sowohl als Infanterie, unter denen sich ein ansehnlicher Theil Kaiserlicher Garde, besonders auch von dem Korps der ausnehmend schönen Grenadiere zu Pferd, und etliche und 30 Mann von dem zur Garde gehörigen Mameluken-Korps befanden.

Besuch des Kaisers Napoleon und der Kaiserin Joséphine in Württemberg vom 18. bis 20. Januar 1806

Hofdiarium Stuttgart
Samstag, 18. Januar 1806
Früh morgens reisten I.I.K.K.H.H. der Kronprinz und Prinz Paul von hier Ihre Kaiserlichen Majestäten Napoleon und Joséphine entgegen. An der Grenze des Landes, allwo Herr Obrist-Kammerherr und Herr Oberstallmeister Exc. Exc. die Allerhöchsten Herrschaften empfingen, war ein Triumphbogen errichtet, welchen der hier angeschlossene Zeitungs-Artickel ausführlich beschreibt, deßgleichen den am hiesigen Ludwigsburger Thor errichtete Triumpfbogen und die Beleuchtungen.
Um 11 Uhr, wozu sich auch einige Hern Cavalirs von Hof, deßgleichen die Herrn General und Flügel-Adjutanten in dem untern Vorzimmer S.M des Königs versammlet hatten, geruheten Allerhöchstdieselben sich durch S.E. den Herr Obrist-Kammerherrn Grafen von Jenison dem Kaiserlich französischen General Savari und zwey französischen Kammerherrn, begleitet von dem französischen Herrn Gesandten v. Didelot, in das Audienz-Zimmer einführen und vorzustellen. Mittags 12 Uhr war ein Dejeuné dinatoir, wozu auch die Prinzessin Paul K.H. und die Prinzessin Albertine D. eingeladen waren, in dem Unteren Fahnen-Zimmer zu 20 Couverts bereitet, und welches die allerhöchsten und höchsten Herrschaften einnahmen.
Nachmittags 3 Uhr versammlete sich der ganze Hof zu dem Empfang des Kaisers und der Kaiserin von Frankreich in Galla in den unteren Vorgemächern der Kaiserin an der Marmor-Treppe. Nach 5 Uhr abends erfolgte die Ankunft Ihrer Majestäten der Kaiser der Franzosen und die Kaiserin, seine Gemahlin, unter dem Donner der Kanonen und Läute mit allen Glocken. Allerhöchstdieselben wurden auf der Reise von München her von der Gränze des Landes mit ein Commando Chevauxlegers bis Göppingen, ein Kommando der Königlichen Leibjäger bis Berg, und von dort bis hieher ein Commando der Königlichen Garde du Corps begleitet, wo neben diesen Garden der Königliche Post-Stallmeister von hier mit 12 blasenden Postillonen ritt.
Bey der Allerhöchsten Ankunft in dem Schlosshof ließen sich die Paucken und Trompeten von dem Balcon hören; die Königlichen Hof-Laquaien standen unter dem Portal und die Leib-Dienerschaft S.M. des Königs und der Königin standen auf der Marmortreppe en espallier.
Bey dem Aussteigen in dem Königlichen Residenz-Schloß unter dem großen Portal wurden allerhöchste Herrschaften von S.K.M und von der Königin Majestät vor Allerhöchst dero Zimmer in Anwesenheit des ganzen Hofs aufs Feierlichste empfangen, zuerst in die von I.M. der Königin abgetrettene bereitete Zimmer eingeführt, von wo aus nach einigem Verweilen S.M. der König des Kaisers Majestät unter Vortretung des ganzen Hofs die Marmor-Treppe hinauf durch den Marmor-Sall und den Vorzimmern, durch das Audienzzimmer in Allerhöchstdero Appartements begleitete, worauf sich S.M. der König von des Kaisers Majestät beurlaubten. Bald nachher statteten des Kaisers Majestät bey S.K.M. einen Besuch ab, und wo Seine Kaiserliche Majestät mit S.K.M. in Allerhöchstdero Cabinet über 2 Stunden lang unterredeten, nach welchem Allerhöchstdieselben sich unter Vortretung des Hof in die Zimmer der Kaiserin (durch den sogenanten grünen Teppich-Saal) verfügten, allwo von sämtlichen höchsten Herrschaften im Vorzimmer neben dem grünen Teppich-Sall en famille zu 9 Couverts gespeist wurde. Der ganze Hof von Damen und Cavalirs aber speisten in der Gallerie und den Neben-Zimmer zu 90 und 36 Couverts starck. Nach aufgehobener (10 Uhr) Tafel begaben sich sämtliche allerhöchsten Herrschaften in der Kaiserin Majestät Audienz-Zimmer, wo allerhöchsten Herrschaften gegen eine Stunde lang sich unterhielten, und sich sodann zum Spiel niederliesen, welches sich nach 12 Uhr endigte, und wo sich Allerhöchstdieselben in ihre Appartements retirirten.
Hofdiarium Stuttgart
Sonntag, 19. Januar 1806
Früh morgens 9 Uhr schickten S.K.M., deßgleichen I.M. die Königin die beiden Kammerherren von der Aufwartung zu Ihren Majestäten den Kaiser und der Kaiserin und ließen sich nach Höchstdero Befinden erkundigen. Um 10 Uhr frühstückten Ihro Kaiserliche Majestät in Höchstihro Gemach, wozu Allerhöchstdieselben S.K.H den Prinzen Paul einladen ließen. Um 11 Uhr nahmen gleichfalls Ihre Majestät der Kaiserin Joséphine mit Zuziehung Höchstdero Dame du Palais Madame Talluat und der französischen Gesandtin Frau v. Didelot in Allerhöchstdero Cabinet ein Frühstück ein.
Mittags um 12 Uhr geruheten Ihre beide Kaierlichen Majestäten in dem rothen Vorzimmer neben das Audienz-Zimmer in der Bell-Etage eine von dem katholischen Prediger Wiehn abgehaltene Messe beizuwohnen. Während dessen geruheten S.K.M. den Kaiserlich Französischen Herren Marechale Duroc, Maschall Bersieur, Staatsminister Maret, Oberstallmeister Collencour, General Junot und den Kammerherrn Raimurat in Allerhöchster Audienz sich durch den Herrn Obristkamemrherrn Grafen von Jenison Exc. vorstellen zu lassen. Nach geendigter Messe und obiger presentation erstatteten des Königs Majestät, begleitet von den ersten Hof-Chargen bey des Kaisers Majestät einen Besuch, bey welchen sich die allerhöchsten Herrschaften sich über eine Stunde lang unterredeten. Nach diesem begaben sich I.K.M. durch das Audienz- und Assemblee-Zimmer die Marmor-Treppe hinunter, um bey Ihrer Kaiserin Majestät gleichfalls einen Besuch abzustatten, wo sich auch nach diesem der Königin Majestät, nebst I.I.K.K.H.H. dem Kronprinzen, Prinzen Paul und Prinzeßin Catharine einfanden. Bey des Kaisers Majestät statteten I.I.K.K.H.H. der Kronprinz und Prinz Paul gleichfalls nach S.M. des Königs einen Besuch ab. Nach abgelegten Besuchen bey den allerhöchsten fremden Herrschaften speisten S.K.M. wie gewöhnlich zu Mittag in dem unteren Vorzimmer.
Um 5 Uhr speisten sämtliche Kaiserlichen und Königlichen Majestäten und Königlichen Hoheiten en famille an einer Tafel zu 9 Couverts in dem oberen Speis-Sall. Beym Niedersetzen zur Kaiserlichen Tafel wurde den allerhöchsten und höchsten Herrschaften Credenz durch Kammerherren und Kammerjunker, und sobald sich die allerhöchsten Herrschaften zur Tafel niedergelassen hatten, traten dieselben ab, wo sodann die Pagen die Aufwartung bey der Tafel verrichteten, wo hinter diesen die Kammer-Laquaien, Kammer-Husaren und Kammer-Leibjäger zum Teller abnehmen plassiert waren. In dem gewöhnlichen Gelben Speiszimmer war eine Marschals-Tafel zu etlich 30 Couverts ausgedeckt, woran die übrigen vom Hof speisten.
Nach aufgehobener Kaiserlicher Tafel wurde der Kaffee in dem Audienz-Zimmer den Kaiserlichen und Königlichen Personen presentirt und den übrigen vom Hof in den Vorzimmern. Nach eingenommenem Kaffee verfügten sich sämtliche höchste Herrschaften in das große Schauspiel-Hauß, wo Ihre Majestäten unter lauten Zurufen und Jubel des Publicums empfangen, die Oper „Das unterbrochene Opferfest“ [1] aufgeführt und zugleich zu Ehren des Kaisers Majestät eine eigens hiezu verfasste französische Arie, wie die Anlage sub B. beweist, abgesungen wurde.
Nach geendigter Oper begaben sich die allerhöchsten Herrschaften mit dem ganzen Hof zu dem in der Gallerie veranstalteten Ball, welcher bis 11 Uhr währte, und sodann zu einem Souper in dem großen Weißern Sall, wo die allerhöchsten Herrschaften en familie an einer 3 Stufen erhöheten Tafel unter dem Dais, die übrigen von Hof aber an einer in der Mitte des Salls zu 90 Couvert und in das daran stoßende Nebenzimmer zu 30 Couvert ausgedeckten Tafeln speisten. Seine Kaiserliche Majestät aber, so vor der Tafel wichtige Depeschen durch Couriers erhielten, retirirten sich vom Ball und soupierten auf Höchstdero Appartement. Nach aufgehobener Tafel wurde der Ball fortgesetzt, welcher sich nach 122 Uhr endigte. Bey der Kaiserlichen Tafel wurde das nehmliche Ceremoniel wie beym Diner beobachtet.
[1] Diese Oper von Peter von Winter (1754-1825) war 1796 in Wien uraufgeführt worden.
Hofdiarium Stuttgart
Montag, 20. Januar 1806
Früh morgens 8 Uhr versamlete sich der ganze hiesige Hof (männlich) zum Abschied Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin von Frankreich in den Vorgemächern der Kaiserin an dem großen Portal. Gegen 9 Uhr erfolgte die Abreise Seiner Majestät des Kaisers unter Abfeierung der Kanonen und dem Geläut aller Glocken von hier. S. M. unser allergnädigster König und I.I.K.K.H.H. der Kronprinz und Prinz Paul begleiteten Allerhöchstdieselben in ihrem Wagen unter der Escorte eines Commandos der Kaiserlichen Garde wie auch der Königlichen Garde du Corps und Leib-Jäger. Von hier aus fuhren Allerhöchstdieselben zu einer bey der 2 Stunden von hier entfernten Fasanerie auf der Schlottwiese eingerichteten großen Schweinsjagd, allwo Allerhöchstdieselben von sämtlichen Oberforstmeistern und Cavalirs von Hof, welche hiezu eingeladen worden waren, erwartet wurden, und worauf sodann die Jagd ihren Anfang nahm.
Nach 10 Uhr erfolgte gleichfals die Abreise Ihrer Majestät der Kaiserin unter Begleitung Ihrer Majestät der Königin und I.I.K.K.H.H. der Gemahlin des Prinzen Paul und der Prinzessin Katharine auf eben dieselbe feierliche Art, wie oben von der Abreise des Kaisers Majestät beschrieben worden, ebenfals nach der Fasanerie auf der Schlottwiese, allwo sodann sämtliche Allerhöchsten Herrschaften in dem dortigen Fasanerie-Gebäude ein Dejeuner dinatoire en famille einnahmen, für Allerhöchstdero Gefolge aber eien besondere Tafel unter dem Jagdschirm bereitet war. Nach eingenommenem Frühstück wurde annoch ein Jagen abgehalten, nach dessen Endigung Ihre Kaiserlichen Majestäten Napoleon und Joséphine sich von unseren Königlichen Majestäten und Königlichen Hoheiten beurlaubten und auf das Zärtlichste Abschied nahmen, traten Allerhöchstdieselben ihre Reise von da nach Karlsruh unter Begleitung eines Commando Königlicher Chevauxlegers neben der Kaiserlichen Garde an. Ihre Königlichen Majestäten der König und die Königin nebst der Königlichen Familie wieder in die hiesige Residenz zurückkehrten und trafen um 1 Uhr mittags ein.
An der Grenze zu Enzberg, wohin auch Herr Obrist-Kammerherr Graf von Jenison und Herr Ober-Stallmeister Graf von Görlitz Exc. Exc. voraus abgeschickt waren, um ihren beiden Kaiserlichen Majestäten zur weiteren Reise im Nahmen S.K.M. Glückwünsche abzustatten, war noch ein Triumpfbogen errichtet.
Nach erfolgter Abreise Seiner Kaiserlichen Majestäten von hier wurde die Galla, so während der Allerhöchsten Anwesenheit der hohen Fremden angedauert hatte, abgelegt, allein sämtliche Herren Cavalirs, so mit zur Jagd eingeladen gewesen waren, gingen in der großen Hof-Uniform mit auf die Jagd, auch musten die benötigte Livree-Dienerschaft, so mit bey der Kalten Kuch dahin beordert waren, die Galla-Livree anlegen, deßgleichen die, so mit des Kaisers und der Kaiserin Majestäten Wagen fuhren.
Die in der Suite Ihrer Kaiserlichen Königlichen Majestäten befindlichen Herren Cavalirs und Dames, so in dem Alten Schloß und in die Stadt logirten, erhielten Hof-Equipage und 2 Bedienten jeder zur Aufwartung. Die französischen Kammerdiener und Kammerfrauen speisten mit an dem gewöhnlichen Kammertisch. Sämtliche übrigen Offizianten des Kaisers und der Kaiserin als Maître d’hotel, Conditor, Mundschenk, Köche, Coureurs p.p. wurden in dem Gasthof zum König von England diffräirt. Von der Kaiserlichen Garde hatten 2 Mann zu Pferd vor dem großen Portal abwechselnd ihren Posten, 2 Mann in dem Zimmer, wo gewöhnlich die Königlichen Trabanten ihren Posten hatten, und ein Mann hatte unten an der kleinen Treppe, wo man zur Kaiserin Schlafzimmer geht, seinen Posten.

Korrespondenz des Kaisers Napoleon aus Ludwigsburg

[Internetpublikation, nicht im Archiv des Hauses Württemberg!]

Correspondance militaire de Napoleon Ier. Extraite de la correspondance générale et publiée par ordre du ministère de la guerre. Tome troisième. Paris 1876.
605.
Au prince Joseph.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 11 vendémiaire an XIV (3 octobre 1805)
Mon cher Frère, je suis entré hier à Ludwigsburg ; je suis logé chez l’Électeur, qui s’est définitivement mis avec nous. Il n’y a pas encore eu de sang répandu de part et d’autre ; cependant, quelques patrouilles de cavalerie ennemie ont été coupées et l’on m’a amené une trentaine de prisonniers à cheval. Nous sommes tous en grande marche et en grandes manœuvres militaires.
NAPOLÉON
Dépôt de la guerre
 
606.
Au maréchal Lannes sur la route de Schorndorf.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 11 vendémiaire an XIV (3 octobre 1805)
Mon Cousin, poussez des partis le plus loin que vous pourrez sur Gmünd, sur Heidenheim, sur Aalen et tâchez de me faire savoir demain si l’ennemi est à Nœrdlingen ou à Heidenheim, ou s’il est vrai qu’après avoir occupé Nœrdlingen il l’ait évacué depuis deux jours. Il est probable que vos hussards trouveront quelques partis ennemis. Un bon moyen d’avoir des renseignements serait d’enlever quelques prisonniers. Vous les feriez interroger avec soin et vous me feriez parvenir leur interrogatoire.
Le maréchal Soult aura demain la division de Saint-Hilaire à Gaildorf. Elle a ordre d’envoyer des patrouilles de cavalerie sur vous. Faites-en marcher à sa rencontre et convenez d’un poste intermédiaire avec cette division, soit pour demain, soit pour après-demain, où cette division doit être à Abtsgmünd, afin que, si j’avais quelque ordre pressé à lui transmettre, je puisse le faire sans perdre de temps et par votre moyen.
NAPOLÉON
Comm. par M. le duc de Montebello.
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
607.
Au maréchal Davout.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 11 vendémiaire an XIV (3 octobre 1805)
Mon Cousin, le ministre de la guerre vous répond par ce courrier pour ce qui est relatif au territoire prussien. Prodiguez tous les témoignages de considération et de bonne amitié pour le roi de Prusse.
Il serait possible que l’ennemi fît quelques manœuvres ; il pourrait marcher au-devant de quelqu’un des corps d’armée, soit du côté de Heidenheim, dans ce cas, vous êtes trop loin et vous n’y pouvez rien ; soit en occupant Nœrdlingen, et c’est dans cette intention que j’ai attaché une brigade de grosse cavalerie à votre corps d’armée. Arrivez le plus bonne heure qu’il vous sera possible à Oettingen si l’ennerni a passé le Danube et occupé Nœrdlingen, prenez position et communiquez avec le maréchal Soult, qui couche le 13 à Ellwangen et doit être rendu le 14 à Nœrdlingen ; par ce moyen, vos corps d’armée donneront ensemble, et votre grosse cavalerie vous sera très-utile dans la belle plaine de Nœrdlingen. Si, au contraire, l’ennemi n’avait point passé le Danube depuis Ulm jusqu’à Donauwœrth, et prenait position sur l’Altmühl en débouchant par Neuburg ou Ingolstadt, et attaquait les généraux Marmont et Bernadotte, passez la Wœrnitz et portez-vous par le plus court chemin au secours de ces corps d’armée, en prévenant le maréchal Soult, qui a ordre de suivre le même mouvement. Envoyez des courriers au général Marmont. Je suppose qu’il devra avoir passé demain Rothenburg. Faites-lui connaître les ordres que vous avez.
NAPOLÉON
Comm. par Mme la maréchale princesse d’Eckmühl
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
608.
Au maréchal Soult.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 11 vendémiaire an XIV (3 octobre 1805)
Mon Cousin, je vous ai fait donner l’ordre de faire filer votre 4e division en laissant seulement un détachement pour suivre le mouvement du parc. Comme le 13 je serai à Gmünd, je verrai si j’aurai besoin de la division qui passe à Gaildorf ; elle sera, toutefois, à portée, dans la position où elle sera le 14 à Abtsgmünd, de marcher sur Nœrdlingen et de se joindre à vos autres divisions qui partiront le 13 d’Ellwangen. Le maréchal Davout arrive le 13 à Oettingen. Il a avec lui six régiments de grosse cavalerie formant la division du général Nansouty. Il doit se porter à Harburg le 14 ; mais je lui fais connaître que, si l’ennemi se trouvait en force à Noerdlingen, il se dirigerait sur ce point, de manière à se lier à votre gauche et à tomber ensemble sur l’ennemi. Si, au contraire, l’ennemi se portait sur Neuburg pour marcher sur Bernadotte, le maréchal Davout marcherait à grands pas au secours de Marmont et de Bernadotte, et vous-même, de Nœrdlingen, vous vous porteriez rapidement sur la Wœrnitz pour garder le débouché de Donauwœrth et servir de réserve à ces trois premiers corps d’armée, assez près cependant de l’ennemi, qui serait par là menacé de perdre sa communication avec Neuburg. Mon intention est, quand nous nous rencontrerons avec l’ennemi, de l’environner de tous côtés. Je désire que vous communiquiez souvent avec moi, pour me faire connaître soit ce que vous apprendrez de Davout, soit ce que vous saurez du côté de Nœrdlingen. NAPOLÉON
Dépôt de la guerre
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
609.
Au général Songis.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 11 vendémiaire an XIV (3 octobre 1805)
Monsieur le Général Songis, la route de l’armée est par Spire. Il est nécessaire que vous ayez une quantité de cartouches d’infanterie et de canons et obusiers de tous les calibres, pour pouvoir, immédiatement après la première affaire, renvoyer tout les caissons et voitures de munitions, afin qu’elles en ramènent deux ou trois cents voitures chargées de biscuit, qui bientôt seront disponibles. Si vous avez des munitions toutes prêtes à Spire, elles y seront envoyées. Je trouve de l’inconvénient à les faire aller à Strasbourg, car elles pourraient déserter en longeant la rive gauche du Rhin. Réunissez sans délai un grand approvisionnement à Spire, que nous pousserons ensuite à Heilbronn. L’électeur de Wurtemberg se chargera de me tenir plusieurs centaines de voitures qui iront d’Heilbronn à Spire, et de Spire à Heilbronn, cela est préférable, en ce que nos propres voitures n’iraient qu’à Heilbronn pour s’approvisionner. Cet objet est important.
Quand aurez-vous à Spire assez d’objets d’approvisionnement pour quatre à cinq cents voitures, indépendamment des voitures et attelages que vous vous procurerez et qui peuvent toujours joindre ?
NAPOLÉON
Archives de l’Empire
610.
Au maréchal Berthier.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
Mon Cousin, vous donnerez l’ordre au maréchal Augereau de faire continuer la marche de ses colonnes jusqu’à Huningue, de passer sur-le-champ le Rhin, et de réunir tout son corps d’armée dans le pays de Fribourg. NAPOLÉON
Dépôt de la guerre
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
611.
Au maréchal Berthier.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
Mon Cousin, le quartier général se rendra demain à Schorndorf. La cavalerie de la Garde, avec sa division d’artillerie, partira demain à la petite pointe du jour et se rendra à mi-chemin de Schorndorf à Gmünd. La cavalerie du général d’Hautpoul partira demain à dix heures du matin et ira coucher à une lieue en arrière de Schorndorf. La garde à pied, avec les bagages et avec l’artillerie, partira à six heures du matin et ira s’établir en avant de Schorndorf. Vous ferez connaître au général d’Hautpoul qu’il fait l’arrière-garde ; qu’il doit laisser un régiment pour pousser devant lui les traînards, les convois et les détachements. Ce régiment pourra coucher demain, 13, à deux lieues en arrière de Schorndorf. Donnez l’ordre au général Bourcier de partir demain, à dix heures du matin, de Stuttgart, pour coucher à Esslingen. Vous lui direz qu’il fait l’arrière-garde et qu’il faut pousser les traînards, les convois et les détachements quelconques devant lui, afin que rien ne reste en arrière. Le 14, le général Bourcier se rendra à Geislingen, pour éclairer tous les débouchés d’Ulm et couvrir tous les mouvements. Le prince Murat réunira les autres divisions à Heidenheim. La cavalerie légère du maréchal Ney tiendra des postes à Giengen pour éclairer les débouchés de Gundelfingen pendant le temps qu’il sera à Heidenheim. En donnant ces ordres au prince Murat et au maréchal Ney, vous leur direz, je pense, que l’ennemi est encore derrière le Danube et ne fait encore aucun mouvement offensif, comme tout porte à le penser. NAPOLÉON
Dépôt de la guerre
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
612.
Au maréchal Bernadotte.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
Mon Cousin, le maréchal Berthier vous envoie la position de l’armée aujourd’hui. Tout marche bien ; une quarantaine d’hommes du régiment à cheval de Latour ont été enlevés par notre cavalerie. Le prince Murat, avec ses divisions de dragons, balaye aujourd’hui la plaine d’Ulm ; cela nous donnera probablement des nouvelles. Il paraît que l’ennemi a déjà fait filer quelque chose sur Donauwœrth et Ingolstadt ; cependant son mouvement est faibli, et je ne le crois pas entier. Il occupe toujours Stockach, Memmingen et le Tyrol. Voyez à préparer les moyens de jeter un pont sur le Danube, et concertez-vous avec les généraux bavarois ; je voudrais le jeter entre Neubourg et Ingolstadt, au point le plus favorable au passage. Le quartier général sera le 16 à Nœrdlingen. Si je puis me procurer d’une manière ou d’autre des moyens pour passer le Danube, je voudrais le passer à la fois sur trois points. Faites-moi connaître ce que disent les officiers bavarois, et les renseignements du pays, et répondez-moi à ces deux questions :
1) Entre Neuburg et Ingolstadt quel est le point le plus favorable pour passer le Danube ?
2) Quels moyens pourrez-vous avoir ? Pourrez-vous vous saisir de quelques bateaux sur le Danube où en amener quelques-uns des petites rivières voisines ?
Le 7e corps d’armée commandé par le maréchal Augereau sera dans huit jours sur le Rhin. Tous les rapports que j’ai portent que l’ennemi est fort déconcerté de ces mouvements. Je regrette bien que vous n’ayez pu amener quelques bateaux avec vous.
NAPOLÉON
Comm. par S. M. le roi de Suède.
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
613.
Au général Marmont.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
Monsieur le Général Marmont, vous sentez de quelle importance il doit être pour votre corps d’armée d’avoir avec lui des moyens de passer les rivières et le Danube. Vous ferez bien, en conséquence, de rassembler tous les bateaux et toutes les nacelles qui pourraient se trouver dans votre arrondissement et de les tenir disposés à être transportés partout où besoin sera.
NAPOLÉON
Archives de l’Empire
614.
Au prince Murat.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
La division de dragons du général Bourcier doit flanquer la marche de l’armée, du côté de Geislingen. Avec vos trois divisions, portez-vous rapidement sur Heidenheim, afin d’éclairer la plaine de Nœrdlingen. Je suppose que l’ennemi n’a fait aucun mouvement offensif car, en ce cas, vous vous conduiriez suivant les circonstances, en attendant de nouveaux ordres.
Le maréchal Soult me fait savoir que l’ennemi a plusieurs escadrons entre Nœrdlingen et Ellwangen ; pendant qu’ils feront le coup de sabre avec les hussards du 3e corps d’armée, il vous serait facile de les couper en leur barrant le chemin de Donauwœrth. Je suppose que l’ennemi n’a pas de forces considérables à Nœrdlingen, et qu’il n’a qu’une tête de colonne pour éclairer la plaine ; en un mot, que son projet continue à être de rester derrière le Danube. Si cela était ainsi, et que l’ennemi n’eût qu’un ou deux régiments d’infanterie et autant de cavalerie, voyez si, avec vos 8 000 dragons, vous ne pourriez pas les couper conjointement avec la cavalerie légère des maréchaux Lannes et Ney ; en en prévenant le maréchal Soult, toute sa cavalerie légère viendrait se trouver aussi à l’affaire. Mais mon intention est qu’on ne tente cette opération qu’autant que l’ennemi aurait là moins de 6 000 hommes d’infanterie. Ce qui m’importe, c’est d’avoir des nouvelles. Envoyez donc des agents et des espions, et surtout faites des prisonniers.
NAPOLÉON
Archives de l’Empire
615.
Au maréchal Soult.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
Mon Cousin, le maréchal Berthier vous fait connaître aujourd’hui quelle est la situation de l’armée. Il vous donnera l’ordre de faire arriver mon équipage de pont à Nœrdlingen, pour le 14 ou le 15. N’allez pas me dire que cela est impossible. Requérez tout ce qu’il vous faut de chevaux pour cet objet. Mettez les pontonniers sur les voitures ; faites marcher l’équipage jour et nuit, et faites en sorte au moins que j’aie, le 14 ou le 15, cinq ou six bateaux à Nœrdlingen, si je n’y puis avoir la totalité de mon équipage de pont. Il y a, sur la Wœrnitz, des bois, des bateaux en construction, des nacelles. Tâchez de faire surprendre tout cela, afin de m’en faire d’autres moyens de passage qui me mettront à même, s’il est possible, de surprendre également quelque pont de bois, dont l’ennemi aurait rompu deux on trois arches, et de les réparer en peu d’heures. Prenez tous les renseignements nécessaires et méditez attentivement sur cette opération. Je n’ai pas besoin de vous dire que je préfère passer le Danube entre le Lech et Ingolstadt. Cependant il me serait fort utile d’avoir quelques moyens de passage du côté de Donauwœrth, tant pour occuper l’ennemi que pour y faire passer ma droite.
NAPOLÉON
Dépôt de la guerre
(En minute aux Arch. de l’Emp.)
616.
Au maréchal Davout.
Quartier impérial, Ludwigsburg, 12 vendémiaire an XIV (4 octobre 1805)
Mon Cousin, on m’assure qu’il serait possible de trouver à Oettingen quelques nacelles et bateaux, et peut-être s’en trouve-t-il sur l’Altmühl. Si l’ennemi se tient sur la défensive derrière le Danube, voyez à vous procurer des nacelles et des bateaux, soit sur la Wœrnitz, soit sur l’Altmühl. NAPOLÉON
Comm. par Mme la maréchale princesse d’Eckmühl
(En minute aux Arch. de l’Emp.)



Letzte Aktualisierung: 5. März 2012


 
   
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